Gedanken, Persönliches und andere Herzensangelegenheiten

Emptiness

Die Sonne scheint und taucht die Welt in schillernde Farben. Alles ist bunt und voller Leben.

Nur in mir, da ist Leere.

— Ein Brief, gefunden in einer Felsspalte, datiert auf den 26. April 2010.

192m Bungee-Sprung

Gestern am 2. Oktober habe ich mir einen Wunsch erfüllt, der mich nun mehr als drei Jahre begleitet. In diesem Sinne, und ohne viele Worte: 3… 2… 1… Bungy!

An dieser Stelle möchte ich noch Jessy und Melanie danken. Dank euch kenne ich Innsbruck nun fast so gut wie Stuttgart, hatte viel zu lachen und habe einen guten Grund noch einmal zu kommen. Ihr seid großartig! :)

Can you teach me to feel it?
I’ll take it step by step, so I’ll never miss a thing

— Mesh, Step by Step

Und wenn ich falle?

Es ist kein Fehler, über den eigenen Rand zu schauen — sich Neuem zu öffnen. Aber wie es wohl sein mag, über ihn hinweg zu schreiten, um in die Tiefe zu fallen? Ich werde sehen.

3… 2… 1…

Von Liebe und gesellschaftlicher Engstirnigkeit

Kann man nicht einfach zusammen sein ohne zusammen zu sein? Sich einfach lieben ohne den Umstand zu betiteln? Kann man einander nicht einfach vertrauen ohne sich gleich den Eid von ewiger Treue zu schwören?

Wem nützen diese ganzen gesellschaftlichen Konventionen überhaupt?

— Verleiten sie doch nur dazu, sich auf einer Gegebenheit auszuruhen und das Wichtigste, nämlich die Gefühle für den Menschen, den man liebt, zu vernachlässigen oder gar die Situation mit diesem Menschen als etwas Selbstverständliches zu erachten.

Ich kann von niemandem erwarten, mit diesen Worten konform zu gehen, und das möchte ich auch nicht. Schließlich sind sie nichts weiter als zusammengefasste (und vor allem persönliche) Gedankengänge und kein Erfolgsrezept, um glücklich zu werden. Doch ich bitte euch hiermit von Herzen: Nehmt euch die Zeit und denkt darüber nach, wenn auch nur für einen Augenblick.

Freiheit! Ein schönes Wort wer’s recht verstünde. — Johann Wolfgang von Goethe

Freigeistlich = geisteskrank?

Kann es denn sein? Bin ich denn geisteskrank? Per Definition sind dies all jene Menschen, die sich im Allgemeinen durch Verhaltensformen ausdrücken, die in der Gesellschaft nicht akzeptiert werden. Ach, welch Frevel … Sind es doch jene Freigeister, die mein Leben so bereichern.

Doch was ist es, was in der Gesellschaft als anerkannt gilt und was nicht? Was ist es, was wir als normal und unnormal empfinden? An diesem Punkt stelle ich mir ebenso die Frage, wie sehr der Mensch überhaupt noch empfindet.

Sekunde um Sekunde, Augenblick um Augenblick — all diese Eindrücke, Emotionen, Wahrnehmungen, die stets an uns vorbei ziehen. So viele Momente, mit denen wir unser Leben um so vieles erweitern könnten. Ach, ich finde keine Antworten — nicht in diesem Augenblick.

Doch ich bitte euch hiermit aufrichtig: Geht mit offenen Augen durch die Welt, oder nehmt euch ab und an die Zeit, um jene einfach nur zu schließen! Hört, riecht, schmeckt und fühlt eure Umgebung! Empfindet, lebt und macht das beste aus eurer Zeit! Denn jeder Augenblick ist einmalig, und nur jetzt habt ihr die Chance, diesen zu genießen.

In diesem Sinne:

Denken ist wundervoll, aber noch wundervoller ist das Erlebnis. — Oscar Wilde

Erinnerung

Ich habe mich dazu entschlossen, über einen Menschen zu schreiben, den ich aufrichtig bewundere — einen Menschen, der es verstand, seine Zeit zu nutzen, in nahezu jeder Gesellschaft, in der er sich bewegte, Anerkennung zu finden, und der mit all seinem Tun nur ein einziges Ziel verfolgte: zu leben!

Der Mensch, den ich so sehr schätze, ist kein anderer als Giacomo Casanova.

Casanova, im Volksmund wohl eher das Synonym für die hohe Kunst der Verführung, war aber mehr als nur ein Freund der Fleischeslust. Denn je mehr ich mich mit dieser Persönlichkeit auseinandersetzte, umso besser lernte ich einen Menschen kennen, der trotz vieler, immer wiederkehrenden, Miseren einen Weg fand um seinem Unglück zu entkommen um das zu wahren was ihm am allerwichtigsten war: das Leben und die Möglichkeit dieses voll auszukosten.

Casanova ist für mich wie ein Denkmal — Eine Erinnerung. Ein immer währendes Mahnmal dass mir zeigt dass es im Leben stets Alternativen gibt — dass es immer, wie schlimm es auch kommmen mag, etwas gibt, für dass es sich zu leben lohnt.

Und auch trotz der vielen, allzu menschlichen, Fehler die er zu seiner Zeit begann, war er eine Persönlichkeit — Ein Mensch den ich stets, und von ganzem Herzen, achten werde.

Ruhe in Frieden, mein Seelenfreund!

Leiden liegt in der menschlichen Natur; aber wir leiden nie, oder zumindest sehr selten, ohne die Hoffnung auf Heilung zu nähren; und die Hoffnung selbst ist eine Freude. — Giacomo Casanova

Ideale — Neuanfang oder das Ende einer Gesellschaft?

Sie sprießen wie die Pilze aus dem Boden und vermehren sich wie Groupies einer Boygroup der 90er. Sie sehen aus wie von der Stange und verfolgen das gleiche Ideal. Mode und Ansehen bestimmen den Alltag und ursprüngliche Weltbilder geraten in Vergessenheit. Der Sinn einer Gemeinschaft, gleiche Interessen und Ansichten, verblassen so unscheinbar wie Schatten bei Tagesanbruch.

Was ist aus der Szene nur geworden? Denn langsam fange ich schon an, in dieser von Haarteilen und Schweißerbrillen geprägten Masse etwas zu vermissen …

Die Menschen, wie ich sie kennenlernte.

Eine Kultur kann nur an ihrer eigenen Schwäche sterben. — André Malraux